Ein neuer Mittelwald für Viersen – Tradition trifft Zukunft
Die Stadt Viersen setzt ein starkes Zeichen für Naturschutz und nachhaltige Waldentwicklung: Zwischen den Süchtelner Höhen und der A61 entsteht ein neuer Mittelwald, der historische Waldnutzungsformen aufgreift und zugleich Lebensraum für kommende Generationen schafft. Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit Bürgerinnen und Bürgern, der Politik sowie dem amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz entwickelt.
Wo Vergangenheit lebendig bleibt
In vielen Bereichen des Stadtgebiets lassen sich bis heute Relikte traditioneller Waldnutzung entdecken – besonders in der Bockerter Heide, am Hohen Busch und auf den Süchtelner Höhen. Stadtförster Markus Manns, der das Projekt begleitet, beschreibt die Besonderheit so: „Diese Landschaft erzählt Geschichte. Wenn man weiß, worauf man achten muss, erkennt man überall Spuren früherer Waldwirtschaft – und genau daran knüpfen wir mit dem neuen Mittelwald wieder an.“ Während am Hohen Busch mächtige, bis zu 170 Jahre alte Buchen stehen, die eigentlich aus der Niederwaldwirtschaft hervorgegangen sind, zeigen die jüngeren Bestände in der Bockerter Heide, wie lange diese Nutzungsform hier noch angewandt wurde.
Ein Wald mit Struktur – Pflanzung 2025/2026
Auf einer Fläche von 27.500 m² entsteht ab Herbst/Winter 2025/2026 ein artenreicher Mittelwald. Das Konzept umfasst:
- rund 6.000 Rotbuchen, Hainbuchen und Linden, enger gruppiert
- 50 dauerhaft stehende Traubeneichen als Hochstämme
- eine Wildwiese entlang der Gasleitung, die nicht bepflanzt werden darf
Stadtförster Markus Manns erklärt die Idee dahinter: „Der Mittelwald kombiniert Licht, Dynamik und langfristig wachsende Strukturen. Das schafft Lebensräume und macht den Wald gleichzeitig klimaresilienter.“ Buchen und Hainbuchen werden künftig alle 10 bis 20 Jahre auf den Stock gesetzt – eine traditionelle Methode, die Vielfalt im Wald fördert. Die Pflege übernimmt der Forstbetrieb der Städtischen Betriebe.
Volksbank Viersen packt mit an
Wir haben das Projekt mit zwei Traubeneichen und der dazugehörigen Unterpflanzung als Beitrag zur Baumpflanz-Challenge unterstützt. Beim gemeinsamen Pflanztag packten Vorstand Michael Willemse und Viersens Bürgermeister Christoph Hopp selbst mit an. Willemse betonte vor Ort: „Nachhaltigkeit ist für uns nicht nur ein Schlagwort. Wir wollen sichtbar Verantwortung übernehmen – und ein Baum, der hunderte Jahre stehen kann, ist ein starkes Zeichen.“ Auch Bürgermeister Christoph Hopp zeigte sich begeistert:
„Der Mittelwald ist ein Gewinn für Klima, Artenvielfalt und für unsere Stadtgemeinschaft. Es ist schön zu sehen, wie viele Hände hier zusammenarbeiten.“ Und Stadtförster Manns ergänzte: „Wenn wir hier heute pflanzen, tun wir das für Menschen, die wir nie kennenlernen werden. Das ist für mich echter Zukunftssinn.“
Ein Wald, der Generationen verbindet
Das Projekt Mittelwald zeigt, wie Tradition und Zukunft Hand in Hand gehen können. Es schafft ökologische Stabilität, fördert Artenvielfalt und macht die Historie Viersens erlebbar. Gleichzeitig ist es ein starkes Signal für gemeinschaftliches Engagement – von der Stadt, der Bevölkerung und Unternehmen wie der Volksbank Viersen.
Hier können Sie mehr zu dem Thema Mittelwald erfahren: Mittelwald nimmt Gestalt an | Stadt Viersen